Emmeln II : Dörpen III – 25.04.2014

Es ist ein sonniger Freitag im Emsland. Eigentlich der perfekte Moment für ein ehrliches, hochkarätiges Fußballspiel im Amateuerbereich. Eigentlich: Denn das Spiel von Blau-Weiß Dörpen III gegen Eintracht Emmeln II konnte aufgrund einer akut auftretenden Bratwurst- und Bauchspeckepedemie nicht stattfinden.  Um zu verhindern, dass die zahlreich erschienenen Fans beider Mannschaften – die Dörper Schlachtenbummler fuhren sogar mit 3 PKW vor -  das Vereinsgelände in das neue Domizil der Kelly Family verwandeln, entschied man sich ein Väter-Sohn Turnier abzuhalten. Emmeln stellte hierbei die Väter und Großväter, während Dörpen sich für die Bereitstellung der Söhne verantwortlich zeigte.

Halbzeit 1:

Hier zeigte sich mal wieder, dass Alter und Erfahrung eindeutig dem jugendlich-ungestümen Leichtfuß der Ps4- und Crazyfroggeneration überlegen sind. Während die leichtfüßigen Dörper wie einst Blücher an der Katzbach gegen die Wand aus geballter (un)gewollter Vaterschaft anrannten, leerten diese ihre Stiefel und spielten diesen runter. Großvater Gerdes übertraf mit seiner Leistung die gesamte Mannschaft, als er neben 4 geleerten Stiefeln auch 14 Aquavit aus erhitztem Glas zu sich nahm, die Grillsteaks mehrmals am Spielfeldrand wendete und dabei “Die Wacht am Rhein” mehrstimming intonierte.  Das 1:0 erzielte er ebenfalls in der 8. Minute mit einem wunderschönen Gebissfallzieher.

Auf Dörpens Seite spielte sich vor allem P. Coll in den Vordergrund. Coll – eigentlich ein Austauschschüler des aserbaidschanischen “Katsche Schwarzenbeck Gedächtnisgymnasiums” – nimmt am Austauschprogramm “Handball für Weltfrieden, wirtschaftliche Entwicklung und nachhaltiger ökologischer Werterhaltung” des Entwicklungshilfeministeriums teil. Dementsprechend war es ihm in der ersten Halbzeit mehrmals unmöglich einen Einwurf richtig auszuführen. Opa Gerdes nahm ihn kurz vor der Pause zur Seite und baute ihn mit folgenden Worten wieder auf: “Richtig schmieten künnst du nich, doarför aber wiet!” Welch ein fairer Sportsmann!  Coll verstand kein Wort, aber befolgte den wohlgemeinten Rat seiner Großmutter: “Wenn Opa mit dir redet und du kein Wort verstehst, war er wieder zu lange in der “Lustigen Kopeke”. Also nicke und lächel so lange bis er dich in Ruhe lässt.”

Der Betreuer der Dörper Buben musste nur einmal eingreifen, als das ehemalige Aletemodel, M. Sandewiese, sich beim Versuch einen Blumenstrauß für seine geliebte Mama zu pflücken seinen eigenen Finger so tief in die eigene Nase rammte das sie anfing zu bluten. Unterstützt wurde Dörpens Betreuer durch den zufällig über das Spielfeld in seinem Fesselballon schwebenden Angus McGyver der an M. Sandewiese mit seinem Schweizer Taschenmesser, einer Büroklammer, einer Dose Eisspray und diversen Damenhygieneartikeln eine nasale Aortenresektion vornahm.

2. Halbzeit:

Während Emmeln wohlgenährt und gut gelaunt nach einem Saunagang mit anschließendem Rum-Lenzen nach altem Brauch das Spielfeld betrat, brannte die Dörper E-Jugend auf Revanche. Und tatsächlich schien sich ihre Laufbereitschaft positiv auszuwirken. Mehrere Großchancen wurden erspielt. Vielleicht lag es aber auch daran, dass Opa Gerdes seinen Mitspieler dazu eingeimpft hatte, dass ein Verlassen der eigenen Position um mehr als drei Meter Vaterlandsverrat darstelle, der mit einem lebenslangen Schützenfestverbot Bestrafung fände.

Aber auch mit minimalem Bewegungsansatz gelang es Emmeln die Partie klar mit 3:1 für sich zu entscheiden und die Dörper haben gelernt, dass sinnloses Rennen auf dem Platz genauso erfolgreich ist, wie das Wegrennen eines Huhnes im Hähnchenstall.

Prophezeihung:

Mit dem Papierwerk in Dörpen scheint es bergab zu gehen. Wie sonst ist es zu erklären, dass der Schiedsrichter bis zur 80 Min. keine Karten in seinem Besitz hatte und ihm nur auch dann nur die Gelbe zur Verfügung stand.

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VIP-Vorstellung: Walter Frosch

Wer kennt ihn nicht? Jede Mannschaft hat so einen in seinem Team. Daher hier die Vorstellung eines Helden, Walter Frosch:

WalterFroschLeider viel zu früh verstorben, galt Walter Frosch als beinharter Verteidiger. In der Saison 1976/77 bekam er 18 bzw. 19 gelbe Karten (genaue Anzahl nicht überliefert). Aufgrund dieser Veilzahl an  Karten enstand dann auch die heutige Sperre nach fünf gelben Karten.

Er war ein Lebemann und hatte immer einen flotten Spruch auf den Lippen. So auch 1976 als der damalige Bundestrainer Jupp Derwall ihn in den Kader der B-Nationalmannschaft berufen wollte: „Ein Walter Frosch spielt nur in der A-Mannschaft oder in der Weltauswahl.“

Er gilt als Held von St. Pauli und schaffte es 2010 in die Jahrhundertelf des Kiezclubs. Wir meinen, zurecht! Einen Laster hatte er allerdings, das Rauchen. So soll er einmal folgendes gesagt haben: „Ich würde lieber eine rauchen als vögeln.“

Auch in einem Benefizspiel lange nach seiner aktiven Laufbahn kam dies zum Vorschein:

In so gut wie jedem Amateurverein findet man solche Typen. Kurz vorm Spiel noch eben ‘ne Kippe angesteckt und dann ab aufs Feld. Auch nach dem Spiel gehts fix zur Kabine um seinen Bedürfnissen nachzukommen. Alles schön und gut, solange dann eine solch’ knallharte Verteidigung dabei rumkommt.

Schaut euch also mal in eurem Team um, es gibt ihn, den Walter Frosch der Kreisklassenmannschaften.

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SCHIEBEN: Taktische Finesse in der Kreisklasse

taktiktafel

Nach über 10 Jahren aktivem Unterligen-Fußball und zahlreichen Auf- und Abstiegen muss ich mal was los werden. Ich hatte oft versteckte Lachkrämpfe auf dem Platz. Schuld waren die taktischen Anweisungen vom Trainer oder untereinander. Ganz oft war die Rede von “schieben”, “pressen”, “anlaufen”, “ausschwärmen” – bestes Kreissaal-Vokabular, aber was soll das auf’m Platz?

Taktisch geschult wurden wir als Spieler eigentlich nie. Wir sind im Training römische Zehnen gelaufen, bis die Zunge knapp über der Grasnarbe hing, haben “lange Dinger auf Jürgen” gespielt oder auf das Tor gepöhlt. Nix hat uns auf das “Schieben”, “Pressen” et cetera vorbereitet. Und dann im Spiel sollte es dann hemmungslos praktiziert werden. Wieso? Was soll das?

Ich hab es mir dann so erklärt. Wir sind ja alle mediengeschädigt, ziehen uns Sky Sport News HD (läuft 24/7), die Sportschau oder den Doppelpass rein. Die Experten schwingen oft große Reden von einer “hängenden 9″, “einer flachen Raute”, “vorchecking” oder den “einrückenden Außenverteidigern”. Wir “Pappnasen” fassen diese Bezeichnungen auf, nehmen sie ohne jeglichen Plan in unser Vokabular auf.  Einmal bei eigenen Spielen angewendet, konnte man sich damit natürlich als großer Kenner der Taktik outen. Letztlich waren es nicht mehr als leere (aber schlau klingende) Worthülsen. Auf den Befehl “Schieben”, der meist vom Keeper oder dem Libero kam, guckten sich alle fragend an und machten ca. 2 Schritte zu irgendeiner Seite. Ich hatte auch keinen Plan, hab meinen Laib irgendwo hingeschoben und dann halt da rumgestanden.

Ich weiß noch wie ich oft in mich reinlachte, wenn mal wieder einer ernsthaft eine taktische Anweisung über den Platz böllte: “Jungs, wir müssen nun früher attackieren und dann lang auf Jürgen. Oder mal Diago.” Es ist bis heute bei Besuchen einiger Kreisklassen-Spiele mein persönliches Highlight und ich mag das. Aber mal im Ernst, hat doch eh keiner Ahnung von uns was das soll. Aber es gehört irgendwie dazu ;).

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VIP-Vorstellung: Willy Kampmann

Wir möchten euch an dieser Stelle jemanden ganz besonderen vorstellen. Willy Kampmann:

WillyKampmann

Ähnlich wie Bang Boom Bang in jede Video-Sammlung gehört, gehört ein Willy Kampmann-Verschnitt zu jedem ambitionierten Dorf-Fußball-Team. Was er macht? Er pumpt seine private Kohle in den Verein, die er durch erfolgreiches Wirtschaften mit seiner mittelständischen Firma anhäufen konnte.

Er ist dafür zuständig, dass der Laden läuft. Taucht meist zur 30. Minute auf und haut nach einer hektischen “Brat……Wurst”, zwei gestürzten Pils und einem “Der Schiri ist doch ein blödes A******** ” wieder ab. Er ist oft Financier des Trainers, holt auf eigene Kosten alternde Ex-Profis und schmeißt ‘ne Kiste nach einem Sieg. Aber dafür fordert er auch etwas ein.  Zum Beispiel: Parken wo er will! Ohne ihn wäre der Verein einfach nicht der, der er ist.

Ein genaueres Bild von Willy Kampmann könnt ihr euch durch das Video machen.

Was wäre ein Amateurverein nur ohne einen Willy Kampmann?

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“Männerliebe” im Kreisklassen-Fußball

Das Thema Homosexualität im Profifußball zog nach dem “Coming-Out” von Hitzelsberger durch die Medienlandschaft und gibt dem Tabu endlich mal ordentlich eins auf die “Nase”. Gut, wie wir finden. Wir freuen uns, dass die Homosexualität nun auch Akzeptanz im Profifußball gefunden hat!

Durch Recherchen und Berichten aus internen Kreisen wurden uns nun Bilder zur Verfügung gestellt, die keinen Zweifel lassen, dass auch auf den Provinz-Fußballplätzen endlich offener mit dem Thema umgegangen wird. Was die Bilder zeigen ist wohl weniger die Offenbarung der sexuellen Orientierung, sondern mehr die überschwängliche Freude, die sich auch in körperlicher Nähe ausdrückt.  Wäre das vor dem “Coming-Out” möglich gewesen? *Zwinkerauge*! Gruß in die Kanalstadt

pbg1Quelle: Videoausschnit von www.kei-fussball.de

pbg2Quelle: Videoausschnit von www.kei-fussball.de

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