Und jährlich grüßt die Saisonpause III

Im dritten Teil unserer Reportage lassen wir diesmal einige der wichtigsten Akteure des Fußballs vorkommen. Die angehenden Spieleragenten und haupt-und nebenamtlichen Unterstützer des Vereins. Also die Eltern der Nachwuchskicker.

Eine äußerst gestresste Mutter klärte uns darüber auf, dass es der größte Horror in ihrem Leben sei zusammen mit ihrem Sprössling Fußballschuhe zu kaufen. Sie müsse dann zusammen mit ihrem Filius sämtliche Schuhgeschäfte in einem 45 Kilometer großem Umkreis abfahren um dann schlussendlich doch beim größten Schuhhändler Norddeutschlands zu landen. Unterwegs erleide sie mindestens vier Nervenzusammenbrüche; sei es, weil die gewünschten Schuhe den Preis eines Einfamilienhauses mit Pool auf Ibiza überschreiten oder weil das Familienglück auf der Suche nach dem neuersten “Aldidas Messisteiger” in den Schuhläden erstmal jedes Regal sorgsam komplett ausräumt. Nur um dann entsetzt festzustellen, dass er sich in der Abteilung für Damenschuhe befände. Sie könne kaum den Saisonbeginn erwarten. Denn dann sei “Vatersbester” wieder genau dessen Problem. Es dürfe der Göttergatte den kleinen Bolzplatzronaldo auf die Fußballplätze des Emslandes begleiten, während sie endlich mal die Ruhe fände eine “InMatch” zu lesen und sich bei einer nicht schmeckenden Bär1Minima wieder jung zu fühlen. Dann könne sie ebenfalls endlich wieder ihre auch niedergekommenen Freundinnen auf ein Piccolöchen einladen.

Ein nach Atem ringender Vater mit hochrotem Kopf erzählte uns außerdem, dass er den Saisonbeginn nicht abwarten könne. Sein kleiner Bananenflanker käme was das Fußballtalent angehe schließlich ganz nach ihm. Nur habe ihn ein schwerer Haarriss an der linken Palbepra an einer Profikarriere gehindert. Seinem Augapfel solle es nicht so ergehen. Deshalb habe er auch einen ehemaligen Nationalspieler als Personal Coach engagiert. Dieser mache für ein Essen beim Griechen alles. Außerdem erscheine er bei jedem Spiel seines Sohnes am Spielfeldrand. Die Schiedsrichter, Mitspieler und Trainer könnten schließlich nicht alles sehen. Daher mache er auch exzessiv von seinem Recht Gebrauch auf deren Fehler hinzuweisen. Dies geschähe natürlich in angemessener Lautstärke und im fußballtypischen Tonfall. Wenn damit jemand ein Problem habe, solle sie doch Hallenhalma spielen…. oder stricken. Nun müsse er aber schnell in das Sportgeschäft, denn Sohnemann habe beim Training bemerkt, dass sein neues Paar “Aldidas Messisteiger” zu groß sei und er daher keine genauen Pässe über drei Meter spielen könne.

 

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