Saisonvorbereitung

Die elende Saisonpause nähert sich mal wieder ihrem Ende. Vor allem im unteren Herrenbereich heißt das: Motiviertes Training. Also zumindest werden zu Beginn die drei Runden um den Platz fast ohne abzukürzen bestritten. Danach erstmal lockeres nach Luft schnappen und unterdrücken der Krampfanfälle. Der ein oder andere Spieler telefoniert. Ein leises aber vehement dahingesprochenes “Gelben Schein” erregt die Gemüter der mitleidenden Mannschaftskameraden. Danach laufen. Konditorei ist das Zauberwort. Da war man nämlich in der Pause zu oft. Aber der Streuselkuchen einer örtlichen Großbäckerei – auch Freud- und Leidkuchen genannt- schmeckt nunmal zu gut.  Und so schleppt man die durch Kuchen, Grillfleisch und Sommerurlaub angeschwollene Wampe vor sich her. Auf Nachfrage erklärt man dafür, man sei gar nicht dick, der Bauch wäre nur zu weit vorn. Und überhaupt müssen die Trainingsklamotten eingelaufen sein. Man habe noch nie bauchfrei getragen. Das sich offenbarende Steißbeintattoo ist ein Memento an bessere Tage. Und immer dieses verdammte Laufen. Zur Abwechslung vielleicht auch mal sprinten. Dann wieder laufen. Der Trainer zeigt die Fußbälle. Sehnsucht macht sich breit. Leider erstmal laufen. Die unsportlichsten sind schon längst im immergrünen Nadeldickkicht des Trainigswaldes verschollen. Eiskalt zurückgelassen. Nimmer wieder gesehen.  Eins geworden mit dem Waldboden. Trainer packt die Bälle wieder weg. Erleidet Wutanfall. Spieler hören nicht zu. Die eigene Atmung ist zu laut. Trainer schreit lauter. Spieler atmen lauter. Abschlussrunden um den Platz. Trainingsende.

Die Verschollenen erheben sich dreckverschmiert aus dem Waldboden. Sie kriechen zur Kabine. In der Dusche kein warmes Wasser. Dafür warmes Bier. Auch noch abgelaufen.  Nächstes Training in 2 Tagen. Erste Spieler recherchieren im Internet zum Thema “Selbstamputation mit Heimwerkzeugen”. Keine brauchbaren Ergebnisse.

Also bis übermorgen.

Email this to someonePrint this pageShare on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+