Das Gute im Schlechten

In den letzten Wochen gab es für die Fußballseele in Dörpen nichts zu lachen. Grimmige, teilweise tieftraurige Gesichter lassen sich im Sportpark finden. Man munkelt, dass man nachts auf der Hauptribüne während des Vollmonds einen einsamen Wolf leise “Bezirksliga” heulen hört. Die Bratwürste vom letzten Spiel der ersten liegen noch immer vereinsamt auf dem Grill. Nicht mal der durch den Trimm-Dich-Pfad streunende Hund schenkt ihnen noch Beachtung.

Um der Misere etwas Postives abzugewinnen, ist es vielleicht nötig es aus globaler Perspektive zu betrachten.  Für die Klimabilanz Dörpens ist dieser Abschied auf jeden Fall positiv.

Es entfallen nämlich zu allererst die Co2 Emmisionen der trainierenden Spieler. Bisher war es doch so, dass die Spieler der ersten Herren in der Regel mit dem Auto zu Training und Spiel anreisten. Neueste Forschungen des emsländischen Klima-, Sanitär,- und Schwimmbadtechnikinstituts in Haselünne haben sich mit diesem Thema ausgiebig beschäftigt. Der amtierende Institusleiter Röhrich ließ hier zu folgendes verlauten: “Die Co2 Emmisionen eines hochklassigen Fußballbetriebs werden alleine durch die Spieler in derart astronominomische Spitzen getrieben, da sehen Schweinemast und Stinkediesel gegen alt aus. Ich habe schon bei dem Umweltministerium angerufen und verlangt, dass Vereine ab der Kreisliga sich am Emmisonshandel beteiligen müssen. Eine Antwort steht noch aus.”

Aber nicht nur das Co2 zerstört die Umweltbilanz eines Vereins und seiner Gemeinde. Bei Heimspielen verwandelt sich die Tribüne regelmäßg in ein Schlachtfeld. Hier sieht es dann nicht nur aus wie bei Hempels unterm Sofa, meist steht dort Hempels Sofa. Neben den Dosen mit Ölfarbe von der letzten Renovierung.  Glücklich können sich Vereine schätzen, deren Sportstätten sich in der Nähe des Naturschutzgebiets Moor befinden. Hier hat die Natur eine kostengünstige Entsorgungsanlage bereit gestellt. Was den alten Germanen reichte, genügt den Vereinen erst recht. Alle anderen müssen sich mit Autobahnrastplätzen oder Mülldeponien zu Frieden geben. Auf letzteren tragen die ungesündesten Areale mittlerweile Bezeichnungen wie “Cherusker”, “Raspo” oder “Blau-Weiß”.

Diese negativen Aspekte bleiben Dörpen jetzt erspart. Ein Engagement, dass einem nicht nur die Eisbären danken werden. Eisbären sind hier tatsächlich die Tiere. Nicht eine bekannte Eishockeymannschaft aus einem vollkommen von Brandenburg umgebenen Provinznest.

Aber ist das schon alles, was man in Dörpen gegen den Klimawandel machen kann? Schließlich soll zukünftig eine große Überholung des Sportparks stattfinden? Wäre es da nicht wünschenswert, wenn man angesichts des klimafeindlichen Verhaltens der Vergangenheit den Sportpark zu einer grünen Lunge umbauen würde? Aber was sollte man dafür tun?

Man könnte zum Beispiel die Laufbahn auf dem Hauptplatz zu einer Grünfläche umbauen. Die Leichtathleten könnten dann barfüßig antreten. Ein Wettkampf würde dann nicht mehr nur über die gemessene Zeit entschieden, sondern auch über die Anzahl der zertretenen Kleinstlebewesen. Vorsicht: Schon der große Emil Zatopek verlor dereinst in Helsinki einen Marathon, weil er auf der Zielgerade auf einen schwedischen Schlüpfrigschnecke ausrutschte. Kurzum: Eine größere Herausforderung für die Leichtathleten.

Man könnte auch die Plätze des Sportparks mit Bäumen bepflanzen. Von dieser Wiederaufforstung der tiefliegenden Dörper Emsmarsch ist jedoch abzuraten. Denn einerseits legten die Jenaer Regeln schon 1896 fest, dass Spielfelder frei von Sträuchern und Bäumen sein müssten und andererseits bilden die Rasenplätze des Sportparks ein von Menschenhand erschaffenes Feuchtbiotop für einige vom Aussterben bedrohte Tiere. Der emsländische Moorrasenregenwurm ist hier als Exempel anzuführen.

Um mit dem großen Dragoslav Stepanović zu enden: “Lebbe geht weiter”.

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