WM Special: “Nätig” sein!

Hoppla – was war da den los? Es war schon ein kleiner Schock, der am letzten Sonntag durch Deutschland ging. 1:0 gegen Mexiko verloren. Und das zurecht! So hatten wir uns den Start in die WM aber nicht vorgestellt.

Vieles ist schon gesagt und analysiert worden. Ob es nun wirklich an der Kaderplanung lag, sei dahingestellt. Leroy Sane hätte wahrscheinlich das Ruder auch nicht herumgerissen. Es fehlte einfach insgesamt die Ordnung und die Struktur. Die rechte Seite mit Kimmich war sehr offensiv und dadurch hinten offen. Die linke Seite hingegen mit Plattenhardt hat nach vorne keine Impulse gebracht. Bleibt noch die Schaltzentrale auf der 6er Position. Hier haben wir ja mit Toni Kroos einen Weltklassespieler. Diese wurde aber durch eine klassische Kreisklassentaktik aus dem Spiel genommen. Man kann schon fast von Manndeckung sprechen, die die Mexikaner angewendet haben.

Sogleich musste ich an alte Jugendtage denken. Natürlich waren die Mannschaften in der damaligen Kreisliga nicht so ausgeglichen, aber jede Mannschaft hatte einen TOP-Spieler – einen Toni Kroos, der ein Spiel alleine entscheiden konnte. Daher galt auch damals der Grundsatz: Den besten Mann des Gegners kalt stellen. Also wurde der beinhärteste Mitspieler vom Trainer taktisch eingewiesen: „Der 10er von denen, das ist dein Mann. Den lässt du nie alleine. Und wenn der pinkeln geht, dann…!“ Na ja, ihr wisst schon. Hat aber meistens geklappt, wie auch bei den Mexikanern.

Eigentlich interessant: Die bestehenden Weltmeister mit Kreisliga-Taktik aushebeln. Nehmen wir den Gedanken mal auf und denken weiter. In so einer Situation wie jetzt kurz vor den Schweden-Spiel. Was hätte unser damaliger Trainer zu uns gesagt. Die Antwort ist mir sofort eingefallen. „Nätig sein!“ Dieser Satz stammt von Josef G., genannt Joop. Joop ist jüngerer Bruder eines bekannten Dörper Mäzens und war noch im hohen Alter aktiv – manchmal in der ersten Herren, aber meistens in der zweiten, denn da konnte er als Spielertrainer fungieren. Joop war ein sehr lauffreudiger, dynamischer, agiler Spielertyp, der keinem Zweikampf aus dem Wege ging. Auch, wenn er eher klein und schmächtig war. Er war griffig, gallig, aggressiv und immer voll im Spiel – nätig eben. Und das verlangte er stets von seiner Mannschaft: Nätig sein!

Ein gutes Erfolgsrezept, finde ich. Denn am letzten Sonntag war die deutsche Mannschaft alles andere als nätig. Sie waren lahm. Gerd Rubenbauer hätte es pomadig und lethargisch genannt. Das muss das Nationalteam abstellen. Ich weiß nicht, ob es das Wort „nätig“ auch im Freiburger Land gibt, in dem Jogi Löw zuhause ist? Aber vielleicht wäre es an der Zeit, dass Jogi „nätig“ in seinen Wortschatz aufnimmt. Dann klappt es sicher auch am Samstag gegen die Schweden.

 

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